Beschreibung der Zielgruppe

Aus Handbuch.io

Stephan Büttner, Hans-Christoph Hobohm

Fachhochschule Potsdam

Zielgruppe

Es gibt sicherlich schon eine Reihe von Publikationen zum Forschungsdatenmanagement. (s.unten). Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Personen ohne ausreichende Vorerfahrung in eigener Forschung bzw. den unterschiedlichen disziplinären Vorgehensweisen von Forschung (z.B. Geisteswissenschaften vs STM-Fächer) sich zunächst in einer Reihe von Grundfragen schwertun. Auch wenn die gesellschaftliche Diskussion um die erhöhten Anforderungen an die Dokumentation und Sicherung von Ergebnissen öffentlich finanzierter Wissenschaft und Forschung unter digitalen Bedingungen (vgl. Abschnitt 2) schon seit über einem Jahrzehnt geführt wird, so ist doch offensichtlich, dass entsprechende Infrastrukturen und Praktiken erst im Aufbau sind. Es gibt noch relativ wenige Spezialisten oder gar genuine fachliche Qualifikationswege, die zu beruflichen Positionen führen, bei denen das  Forschungsdatenmanagement eine zentrale Rolle spielt. Es zählt zu der so genannten guten wissenschaftlichen Praxis, dass jeder Wissenschaftler berufen ist, sich mit den hier vorliegenden Fragen zu beschäftigen und neben dem persönlichen Informationsmanagement (vgl. Jones 2014) auch ein Datenmanagement professionell zu führen. So wird von DFG gefordert, “Primärdaten als Grundlagen für Veröffentlichungen sollen auf haltbaren und gesicherten Trägern in der Institution, wo sie entstanden sind, zehn Jahre lang aufbewahrt werden.” (vgl. DFG 2013). Allerdings ist hier nur von Aufbewahrung die Rede, um Fehlverhalten zu ahnden, dass  z.B. “[...] das Abhandenkommen von Originaldaten aus einem Labor gegen Grundregeln wissenschaftlicher Sorgfalt verstößt und prima facie einen Verdacht unredlichen oder grob fahrlässigen Verhaltens rechtfertigt.”(DFG 2013, S. 22). Wenn es um weitergehende Aktivitäten geht, also ein tatsächliches Management von Daten, begleiten zunächst “intermediäre” Personengruppen Wissenschaft und Gesellschaft auf diesem Wege.  

In den Anfängen einer Praxis sind die Akteure häufig die Betroffenen selber, erst im Laufe der Zeit ergibt sich eine Professionalisierung, die spezielle Kompetenzaneignungsformen erfordert und/oder neue berufliche Rollen herausbildet (vgl. Pampel/Bertelmann/Hobohm 2010).

Die Zielgruppen des Lehrbuchs sind demzufolge:

  • Fachwissenschaftler, die einen Überblick zum zentralen und systematischen Management “ihrer” Forschungsdaten haben wollen,
  • Studierende der Informationswissenschaften, die sich im fortgeschrittenen Bachelor- bzw. bereits im Masterstudium befinden und das Lehrbuch „Forschungsdatenmanagement“ studienbegleitend nutzen,
  • Praktiker (z.B. Informatikerinnen, Datenbibliothekarinnen etc.), die sich mit dem Thema beschäftigen indem sie z.B. an wissenschaftlichen Einrichtungen Forschungsdatenmanagement betreiben oder / und anwenden (s. Kap. 5).

Die Inhalte des Lehrbuchs basieren auf entsprechender Originalliteratur. Während Handbücher systematisches Wissen an eine unspezifische Zielgruppe vermitteln, soll ein Lehrbuch grundlegendes, bestehendes Wissen nach aktuellem Forschungsstand an eine spezifische Zielgruppe vermitteln, in diesem Fall die o.a.

Durch die repetitorische Ausrichtung soll das Wiederholen von Wissen und Kenntnissen ermöglicht werden. Grundziel ist es, Lern- und Erinnerungsprozesse durch eine übersichtliche Darstellung von Zusammenhängen und Sachverhalten auszulösen.

Das vorliegende “living” Lehrbuch soll somit als grundlegendes Nachschlagewerk für Studierende und Praktiker dienen.

Zusammenfassung

Das vorliegende Lehrbuch wendet sich an Fachwissenschaftler, Studierende der Informationswissenschaften und Praktiker (z.B. Informatikerinnen, Datenbibliothekarinnen etc.). An diese Zielgruppe soll das Lehrbuch grundlegendes, bestehendes Wissen nach aktuellem Forschungsstand vermitteln.

Fragen zum Verständnis

  • Worin besteht der Unterschied zwischen einem Handbuch und einem Lehrbuch?
  • Zählen Sie sich zur angegebenen Zielgruppe?


Referenzen

Büttner, R.; Hobohm, H.-C.; Müller, L. (Hrsg,) (2011): Handbuch Forschungsdatenmanagement. Bad Honnef: Bock + Herchen.

Corti, Louise;Van den Eynden, Veerle; Bishop, Libby; Woolard, MAtthew (2014): Managing and Sharing Research Data : A Guide to Good Practice. London : SAGE Publications Ltd.

Enke, H.; Ludwig, J. (Hrsg.) (2013): Leitfaden zum Forschungsdaten-Management. Glückstadt: Werner Hülsbusch.

DFG (2013): Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis: Empfehlungen der Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft" ; Denkschrift Weinheim : Wiley-VCH

Jones, William (2014): Building a better world with our information. The future of personal information management. Part 3. San Rafael: Morgan & Claypool.

Kindling, M.; Schirmbacher, P.; Simukovic, E. (2013): Forschungsdatenmanagement an Hochschulen: das Beispiel der Humboldt-Universität zu Berlin. LIBREAS: Library Ideas, 23.

Neuroth, H.; Strathmann, S.; Oßwald, A.; Scheffel, R.; Klump, J.; Ludwig, J. (Hrsg.) (2012): Langzeitarchivierung von Forschungsdaten - Eine Bestandsaufnahme. Boizenburg: Werner Hülsbusch.

Pampel, Heinz; Bertelmann, Roland; Hobohm, Hans-Christoph (2010): "Data Librarianship" - Rollen, Aufgaben, Kompetenzen. Berlin: Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten / BMBF (Working paper series des RatSWD, 144).

Strasser, C.; Cook, R.; Michener, W.; Budden, A. (2012): DataOne Primer on Data Management. URL: http://www.dataone.org/sites/all/documents/DataONE_BP_Primer_020212.pdf.

Bibliographien

· Research Data Curation Bibliography von Charles W. Bailey

· Data sharing and withholding in Mendeley

Auswahl bisher veröffentlichter Lehrbücher zum FDM:

Enke, H.; Ludwig, J. (Hrsg.) (2013): Leitfaden zum Forschungsdaten-Management. Dortmund: Werner Hülsbusch. Glückstadt.

Klar, J., Enke, H. (2012): Projekt RADIESCHEN. Rahmenbedingungen einer disziplinübergreifenden Forschungsdateninfrastruktur. 

Van den Eynden, V.; Corti, L.; Woollard, M.; Bishop, L.; Horton, L. (2011): Managing and Sharing Data. 3. Aufl. Essex: University of Essex.

Strasser, C.; Cook, R.; Michener, W.; Budden, A. (2012): DataOne Primer on Data Management. URL: http://www.dataone.org/sites/all/documents/DataONE_BP_Primer_020212.pdf.

Neuroth, H.; Strathmann, S.; Oßwald, A.; Scheffel, R.; Klump, J.; Ludwig, J. (Hrsg.) (2012): Langzeitarchivierung von Forschungsdaten - Eine Bestandsaufnahme. Boizenburg: Werner Hülsbusch.

Kindling, M.; Schirmbacher, P.; Simukovic, E. (2013): Forschungsdatenmanagement an Hochschulen: das Beispiel der Humboldt-Universität zu Berlin. LIBREAS: Library Ideas, 23.

Büttner, R.; Hobohm, H.-C.; Müller, L. (Hrsg,) (2011): Handbuch Forschungsdatenmanagement. Bad Honnef: Bock + Herchen.