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|ABSTRACT = MIRA-Handbuch, Artikel A6 "Wissensgeschichte / Kulturen des Wissens"
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|AUTOR = Barbara Ventarola, Sita Steckel, Susanne Gramatzki, Mechthild Albert, Claudia Nickel
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|STAND = 05.05.2014
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==Allgemeine Einleitung==
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* Mittelalterliche und rinascimentale Verständnisse von Wissenschaft, Bildung, Ausbildung, Pädagogik
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* Textpraktiken: Kommentarpraxis, Textauslegung, Übersetzungen als Wissensproduktion (auctoritas und veritas, imitatio und aemulatio, philologische Textkritik)
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* Dialogliteratur (Wissenskulturen, Wissensgemeinschaften, disputatio)
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* Mikrokosmos - Makrokosmos (Buch der Natur, great chain of being, Allegorie, Exegese; Verweis zu A2: „Weltverständnisse und Philosophien“; sowie zu A6: „Identitäten (personale)“)
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* Gliederung des Wissens (septem artes à studia humanitatis; Ausdifferenzierung in ‚Disziplinen‘, etc.; evtl. visuelle Darstellungen von Wissensbäumen, Wissensschemata)
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* Wissen(schaft) und Religion (Verhältnis von Forschung und Offenbarung)
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* Rationalismus und Empirismus
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* Pädagogiken, Bildung, Ausbildung (Wissen und Ethik, sapientia etc.)
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* Wanderungen der Wissensbestände (kulturelle und räumliche Verflechtungen, Verbindungen zwischen Romania und Nicht-Romania etc.)
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* historische Entwicklung von disputatio, Kommentarpraxis, Textauslegungen, Übersetzungen zu studia humanitatis, Philologie, Empirie
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* Erklärung der folgenden Drei- bzw. Vierteilung
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==Intitutionen/Träger==
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* Darstellung der allmählichen Insitutionalisierung und Pluralisierung der Wissensproduktion und - verbreitung (in vereinfachter historischer Abfolge)
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# religiös - kirchliche Wissenskulturen (Patristik, Wissen und Inspiration,...)
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# höfisch - adlige Wissenskulturen
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# universitäre Wissenskulturen (Schulenbildung, Gründung von Universitäten, Ausstrahlungszentren, etc. ...)
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# städtische Wissenskulturen
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* Fallbeispiele: Hugo von St. Viktor (?)
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* Zu ergänzen: Mehr Schlagworte, Glossar
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==Pädagogiken, Bildung, Ausbildung==
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* klerikale Bildung
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* höfische Bildung (z.B. Fürstenspiegel u.a.; Verweis zu B2: „Ritterwesen und Kreuzzugsthematik“)
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* weibliche Bildung (Traktatliteratur von Männern, aber vor allem auch von Frauen, Lateinische Frauenbildungsliteratur; Verweis zu A6: „Identitäten (soziale)“)
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* Gelehrte, gebildete Laien etc.
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* Selbstsorgetraktate (evtl. kurz und Verweis zu A6: „Identitäten“)
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* Fallbeispiele: Speculum virginum, Abaelard und Héloïse, Roman de la rose, Parzival / Ritterromane, Fabliaux (alternative Sexualmoral, Frauenbilder (evtl. kurz und Verweis zu A6: „Identitäten“))
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* mögliche Fallbeispiele zur Erziehung und Bildung von Frauen in der Renaissance: ev. Boccaccio; Christine de Pizan: ''Le Livre de la cité des Dames'' (1405), Martin le Franc: ''Champion des Dames'' (1430-40), Leonardo Bruni: ''De studiis et litteris liber'' (zw. 1422 und 1429), Leon Battista Alberti: ''Libri della famiglia'' (1433/34), Sant’Antonino: ''Opera a ben vivere'' (ca. 1450), Juan Luis Vives: ''De institutione feminae christianae'' (1523), Baldassare Castiglione:'' Il libro del cortegiano ''(1528), Lodovico Dolce: ''Dialogo delle institutione delle donne'' (1542) – weibliche Stellungnahmen: Laura Cereta (u. a. ''De liberali Mulierum institutione Defensio''); Cassandra Fedele; Moderato Fonte: ''Il merito delle donne''; Lucrezia Marinella: ''La nobiltà e l’eccellenza delle donne e i difetti e mancamenti degli uomini ''(1600)
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* Abgrenzung gegenüber der ''querelle des femmes'' (Absprache mit A6)
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==Epistemologische Aspekte==
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* Romania in ihrer europäischen (und teils arabischen) Vernetzung (Zentrum und Peripherie, Ausstrahlungszentren, Rückflüsse)
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* allmähliche Entwicklung von Inspirationskonzepten zu Rationalismus und Empirismus (aber mit parallelen Fortbeständen und Verflechtungen der verschiedenen Wissenskonzepten)
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* Wissen und Inspiration (Patristik v.a. Augustinus (Lehre der göttlichen Allmacht), Neuplatonismus, mystische Texte: Hugo von St. Viktor, Marguerite de Morette, Dante, Pico della Mirandola); Verschwinden des frühen theologischen Inspirationskonzept bei Thomas von Aquin und v.a. im Spät-Mittelalter (Wilhelm von Ockham u.a.), Wiederauftauchen im Neuplatonismus der Renaissance; arkanes Wissen
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* Verschiebung Latein à Volkssprache
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* ars und scientia (septem artes, wissenschaftliche ‚Disziplinen‘?)
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* Wissenskompilationen, Enzyklopädik (Isidor von Sevilla u.a.)
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* Wissen und Autorität (Kleine Geschichte der Kommentarpraxis, Aristoteles - Kommentare, auch volkssprachlich, arabische Einflüsse, v.a. in der iberischen Halbinsel, z.B. Averroës,Spät-Mittelalter // Spät-Scholastik: Thesenanschlag des Bischofs von Tempier 1277, Lehre der doppelten Wahrheit, Innovationen von Johannes Buridanus; Entwicklung zu den studiahumanitatis / Humanismus. Evtl. Bibelübersetzungen und Bibelversifikationen und deren Verbote: Fray Luis Léon, San Juan de la Cruz u.a. (evtl. kleiner Beitrag von Claudia Nickel)
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* Rationalismus und Empirismus (Scholastik, z.B. Thomas von Aquin, Empirismus des 12. Jahrhunderts, Enzyklopädik, Spät-Mittelalter und Renaissance, Petrarca, Nicole Oresme, Galilei, da Vinci (Verweis zu A2: „Weltverständnisse und Philosophien“)
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* Pluralismus und Ko-Existenz der Wissensformen in der Renaissance
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* Fallbeispiele / visuelle Darstellungen: Wissensbäume, great chain of being, septem artes, Darstellungen der sapientia, Johannes Buridanus (u.a. aus der vorangeenden Darstellung)
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==Gegen-Bewegungen, anti-akademische, marginalisierte Wissensformen==
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* Epikureismus, Atomismus, Lukrez-Rezeption, (Verweis zu A2: „Weltverständnisse und Philosophien“)
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* Fallbeispiele: Dante: Convivio, Arcipreste de Hita: Libro de buen amor

Version vom 4. Oktober 2016, 12:46 Uhr

MIRA-Handbuch, Artikel A6 "Wissensgeschichte / Kulturen des Wissens"
Autor: Barbara Ventarola, Sita Steckel, Susanne Gramatzki, Mechthild Albert, Claudia Nickel
Stand: 05.05.2014



Allgemeine Einleitung

  • Mittelalterliche und rinascimentale Verständnisse von Wissenschaft, Bildung, Ausbildung, Pädagogik
  • Textpraktiken: Kommentarpraxis, Textauslegung, Übersetzungen als Wissensproduktion (auctoritas und veritas, imitatio und aemulatio, philologische Textkritik)
  • Dialogliteratur (Wissenskulturen, Wissensgemeinschaften, disputatio)
  • Mikrokosmos - Makrokosmos (Buch der Natur, great chain of being, Allegorie, Exegese; Verweis zu A2: „Weltverständnisse und Philosophien“; sowie zu A6: „Identitäten (personale)“)
  • Gliederung des Wissens (septem artes à studia humanitatis; Ausdifferenzierung in ‚Disziplinen‘, etc.; evtl. visuelle Darstellungen von Wissensbäumen, Wissensschemata)
  • Wissen(schaft) und Religion (Verhältnis von Forschung und Offenbarung)
  • Rationalismus und Empirismus
  • Pädagogiken, Bildung, Ausbildung (Wissen und Ethik, sapientia etc.)
  • Wanderungen der Wissensbestände (kulturelle und räumliche Verflechtungen, Verbindungen zwischen Romania und Nicht-Romania etc.)
  • historische Entwicklung von disputatio, Kommentarpraxis, Textauslegungen, Übersetzungen zu studia humanitatis, Philologie, Empirie
  • Erklärung der folgenden Drei- bzw. Vierteilung

Intitutionen/Träger

  • Darstellung der allmählichen Insitutionalisierung und Pluralisierung der Wissensproduktion und - verbreitung (in vereinfachter historischer Abfolge)
  1. religiös - kirchliche Wissenskulturen (Patristik, Wissen und Inspiration,...)
  2. höfisch - adlige Wissenskulturen
  3. universitäre Wissenskulturen (Schulenbildung, Gründung von Universitäten, Ausstrahlungszentren, etc. ...)
  4. städtische Wissenskulturen
  • Fallbeispiele: Hugo von St. Viktor (?)
  • Zu ergänzen: Mehr Schlagworte, Glossar

Pädagogiken, Bildung, Ausbildung

  • klerikale Bildung
  • höfische Bildung (z.B. Fürstenspiegel u.a.; Verweis zu B2: „Ritterwesen und Kreuzzugsthematik“)
  • weibliche Bildung (Traktatliteratur von Männern, aber vor allem auch von Frauen, Lateinische Frauenbildungsliteratur; Verweis zu A6: „Identitäten (soziale)“)
  • Gelehrte, gebildete Laien etc.
  • Selbstsorgetraktate (evtl. kurz und Verweis zu A6: „Identitäten“)
  • Fallbeispiele: Speculum virginum, Abaelard und Héloïse, Roman de la rose, Parzival / Ritterromane, Fabliaux (alternative Sexualmoral, Frauenbilder (evtl. kurz und Verweis zu A6: „Identitäten“))
  • mögliche Fallbeispiele zur Erziehung und Bildung von Frauen in der Renaissance: ev. Boccaccio; Christine de Pizan: Le Livre de la cité des Dames (1405), Martin le Franc: Champion des Dames (1430-40), Leonardo Bruni: De studiis et litteris liber (zw. 1422 und 1429), Leon Battista Alberti: Libri della famiglia (1433/34), Sant’Antonino: Opera a ben vivere (ca. 1450), Juan Luis Vives: De institutione feminae christianae (1523), Baldassare Castiglione: Il libro del cortegiano (1528), Lodovico Dolce: Dialogo delle institutione delle donne (1542) – weibliche Stellungnahmen: Laura Cereta (u. a. De liberali Mulierum institutione Defensio); Cassandra Fedele; Moderato Fonte: Il merito delle donne; Lucrezia Marinella: La nobiltà e l’eccellenza delle donne e i difetti e mancamenti degli uomini (1600)
  • Abgrenzung gegenüber der querelle des femmes (Absprache mit A6)

Epistemologische Aspekte

  • Romania in ihrer europäischen (und teils arabischen) Vernetzung (Zentrum und Peripherie, Ausstrahlungszentren, Rückflüsse)
  • allmähliche Entwicklung von Inspirationskonzepten zu Rationalismus und Empirismus (aber mit parallelen Fortbeständen und Verflechtungen der verschiedenen Wissenskonzepten)
  • Wissen und Inspiration (Patristik v.a. Augustinus (Lehre der göttlichen Allmacht), Neuplatonismus, mystische Texte: Hugo von St. Viktor, Marguerite de Morette, Dante, Pico della Mirandola); Verschwinden des frühen theologischen Inspirationskonzept bei Thomas von Aquin und v.a. im Spät-Mittelalter (Wilhelm von Ockham u.a.), Wiederauftauchen im Neuplatonismus der Renaissance; arkanes Wissen
  • Verschiebung Latein à Volkssprache
  • ars und scientia (septem artes, wissenschaftliche ‚Disziplinen‘?)
  • Wissenskompilationen, Enzyklopädik (Isidor von Sevilla u.a.)
  • Wissen und Autorität (Kleine Geschichte der Kommentarpraxis, Aristoteles - Kommentare, auch volkssprachlich, arabische Einflüsse, v.a. in der iberischen Halbinsel, z.B. Averroës,Spät-Mittelalter // Spät-Scholastik: Thesenanschlag des Bischofs von Tempier 1277, Lehre der doppelten Wahrheit, Innovationen von Johannes Buridanus; Entwicklung zu den studiahumanitatis / Humanismus. Evtl. Bibelübersetzungen und Bibelversifikationen und deren Verbote: Fray Luis Léon, San Juan de la Cruz u.a. (evtl. kleiner Beitrag von Claudia Nickel)
  • Rationalismus und Empirismus (Scholastik, z.B. Thomas von Aquin, Empirismus des 12. Jahrhunderts, Enzyklopädik, Spät-Mittelalter und Renaissance, Petrarca, Nicole Oresme, Galilei, da Vinci (Verweis zu A2: „Weltverständnisse und Philosophien“)
  • Pluralismus und Ko-Existenz der Wissensformen in der Renaissance
  • Fallbeispiele / visuelle Darstellungen: Wissensbäume, great chain of being, septem artes, Darstellungen der sapientia, Johannes Buridanus (u.a. aus der vorangeenden Darstellung)

Gegen-Bewegungen, anti-akademische, marginalisierte Wissensformen

  • Epikureismus, Atomismus, Lukrez-Rezeption, (Verweis zu A2: „Weltverständnisse und Philosophien“)
  • Fallbeispiele: Dante: Convivio, Arcipreste de Hita: Libro de buen amor