MIRA/C2 Sprachbewusstsein: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Handbuch.io

< MIRA

[unmarkierte Version][geprüfte Version]
K (Änderungen von Lbecker (Diskussion) wurden auf die letzte Version von Johannes Koepcke zurückgesetzt)
(Nicht bei Google indizieren)
Zeile 1: Zeile 1:
{{Booktitle  
+
__NOINDEX__
 +
{{Booktitle
 
|ABSTRACT = MIRA-Handbuch, Artikel C2 "Sprachbewusstsein"
 
|ABSTRACT = MIRA-Handbuch, Artikel C2 "Sprachbewusstsein"
 
|AUTOR = Lidia Becker, Barbara Frank-Job, Wolfgang Haubrichs, Laura Linzmeier, Christoph Oliver Mayer
 
|AUTOR = Lidia Becker, Barbara Frank-Job, Wolfgang Haubrichs, Laura Linzmeier, Christoph Oliver Mayer

Version vom 4. Oktober 2016, 12:51 Uhr

MIRA-Handbuch, Artikel C2 "Sprachbewusstsein"
Autor: Lidia Becker, Barbara Frank-Job, Wolfgang Haubrichs, Laura Linzmeier, Christoph Oliver Mayer
Stand: 05.05.2014



Einleitung

Begriffsklärung

Sprachbewusstsein als dynamischer Prozess

vom Bewusstsein des Sprachstatus (Selbstbezeichnung der Sprache und des Sprechens) bis zur Kodifizierung (protonationale Abgrenzungen über die Sprache und positive Selbstdefinition, historische Neuverordnung und genealogische Verknüpfungen) und zur metasprachlichen Auseinandersetzung (Wörterbücher, Grammatiken, Übersetzertätigkeiten, Sprachdebatten und Rezeption von „fremd“-sprachiger Literatur) (Laut Foucault: lange Geschichte der Kodifizierung von Verhalten und Denken, Inszenierung der Wiedererkennung und Disziplinierung).

Motivation für Veränderungen

die juristische Seite, Fernkommunikation, Sprach- und Kulturkontakt, Ideologien

Nachweisliche Bewusstwerdung des Unterschieds Latein / Romanische Sprachen

Bewusstsein der regionalen Unterschiede in der Spätantike und im Frühmittelalter

(s. James Adams)

Prämisse des zukünftigen Ausbauprozesses romanischer Sprachen

(wenn ‚großer Umbruch‘, dann an dieser Stelle, zwischen dem 9. und dem 12. Jh.): die Sprecher (zuerst im Karolingerreich) machen eine Unterscheidung zwischen Latein und den romanischen Idiomen, festzumachen nicht an den Sprachbezeichnungen latinus vs. romanus, sondern eher statusbezogen, lingua statt sermo nun auch für romanische Idiome neben der kontinuiertlichen lingua (H-Varietät) Latein (s. Helmut Lüdtke) (in Zusammenarbeit mit Johannes Kramer)

Rolle der fränkischen Sprache im Karolingerreich in Abgrenzung von der Italo- und Iberoromania

aber ‚Germanisierung‘ von Personennamen in der Gallo-, Ibero- und Italoromania (Wolfgang Haubrichs)

Exempel: Straßburger Eide

Nithards Bericht von den Straßburger Eiden aus dem Jahr 842 gilt noch immer als erste (und für lange Zeit isoliert dastehende) explizite Kategorisierung der romanischen Volkssprache als eigenständige Sprache.[1] An mehreren Stellen benennt Nithard ausdrücklich die Volkssprachen, in denen die Begründungen der Bündnisse zwischen den Söhnen Ludwigs des Frommen und die Eide selbst, welche die beiden Heerführer und ihre jeweiligen Gefolgsleute abgelegt haben, formuliert waren.

Nun ist bereits verschiedentlich darauf hingewiesen worden, dass es ein wirksamer literarischer Kniff Nithards war, durch die Stilisierung der sprachlichen Unterschiede(und damit der vorgeblichen ethnischen Unterschiede der beiden Heere) und die Anstrengungen, welche zu deren Überbrückung unternommen wurden, die besonders große Eintracht zwischen Ludwig und Karl besonders plastisch darzustellen.  In Bezug auf die Wahrnehmung der Sprachen, v.a. der sprachlichen Unterschiede zwischen Latein und Romanisch ist es wichtig, sich klarzumachen, dass Nithard die tatsächlich herrschenden Sprachverhältnisse für seine Zwecke stark stilisiert, um nicht zu sagen verfälscht hat. So gilt es als nahezu ausgeschlossen, dass die jeweiligen Heere eine sprachlich homogene Gemeinschaft darstellten: In Karls Heer waren mit Sicherheit zahlreiche Romanisch-Sprecher ebenso wie in Ludwigs Heer Germanisch-Sprecher [Mc Kitterick 1991:138]. Hinzu kommt, dass wohl ein Großteil der Soldaten wie ihre Heerführer zweisprachig waren, oder zumindest in der Lage waren, die jeweils andere Volkssprache zu verstehen. Nimmt man schließlich noch die Ergebnisse der sprachlichen Untersuchungen des romanischen Wortlauts der Eide hinzu, die in letzter Konsequenz keine andere Deutung zulassen, als dass es sich um eine hochgradig stilisierte, stark vom lateinischen Kanzleistil beeinflusste Sprache handelt, welche niemals von irgendeinem als Muttersprache gesprochen worden sein kann, so schließt sich das Bild einer in jeder Beziehung zu ideologischen Zwecken stilisierten Szene .

Diese Tatsache ist nun gerade auch in Zusammenhang mit der Frage nach dem Sprachbewusstsein wichtig, denn sie erklärt die wiederholte Benennung der Volkssprachen als wesentliches Element dieser Szene: Jeder der beiden politischen Parteien wird jeweils eine Sprache zugeteilt und dabei der Eindruck eines gegenseitigen Nicht-Verstehens erweckt. Es geht Nithard hier also nicht um einen Gegensatz Latein-Romanisch bzw. Latein-Deutsch, sondern um den Gegensatz zwischen den beiden Volkssprachen. Die sprachliche Differenz, die zur Wahrnehmung der eigenen Volkssprache notwendig ist, erscheint hier bezogen auf eine andere Volkssprache. Dies war möglicherweise auch überhaupt die Bedingung der Möglichkeit zur Wahrnehmung und Kategorisierung des Romanischen als lingua, denn im Germanischen und wohl zunächst nur dort, wurde eine problematische Differenz zwischen Latein und Volkssprache wahrgenommen:

Latin united the Franks, and the facts that the few references to translation concern the Germanic vernaculars, and the small number of extant translations of capitularies or oaths are in Germanic texts of East Frankish provenance, suggest that it was between Latinate speech and German that the linguistic divide was perceived, not between Latin and Romance. [Mc Kitterick 1991:141]

Für den Erstbeleg eines romanischen Sprachbewusstseins, als welchen man Nithards Text (im Unterschied zur rustica romana lingua der Konzilsakten von Tours) also weiterhin verstehen kann, ist also festzuhalten, dass es in Zusammenhang steht mit der Differenzerfahrung hinsichtlich einer anderen Volkssprache und dass die Wahrnehmung gezielt auf ethnische Differenz (Germanen vs. Romanen) hin ausgerichtet war. M.a.W.: Wenn von einem Sprachbewusstsein für die romanische Volkssprache die Rede sein kann, dann im Kontext einer politisch motivierten Fiktion.


[1]      Die "Rustica romana lingua: Anerkennung der Sprechsprache als eigenständige Sprache" [so die Kapitelüberschrift zum Konzil von Tours in Berschin/Felixberger/Goebel 1978] ist bis heute geradezu kanonisiert in der romanischen Philologie. Dies belegen alle einschlägigen Einführungen in die romanische Philologie bzw. Sprachgeschichte, vgl. etwa von Wartburg (1946) 121993: 69; Berschin/Berschin 1987: 16. Allerdings soll auch nicht unterschlagen werden, daß es bereits seit dem 19. Jahrhundert immer wieder Stimmen gab, die betonten, dass die Entwicklung eines eigenständig romanischen Sprachbewusstseins als langwieriger Prozess anzusehen sei, der überhaupt erst im Zuge der Verschriftlichung der Sprache seinen Anfang nehmen konnte: vgl. hierzu etwa Schuchardt 1866-68: vol. I, 75; nicht verwundern kann die Tatsache, dass am ehesten die Autoren, die sich besonders mit der Geschichte des Italienischen befassen, für ein langsam und kontinuierlich sich entwickelndes romanisches Sprachbewusstsein plädieren. So z.B. Sabatini 1968: 320; Blasco-Ferrer 1994: 137.

Sonderstellung der Balkanromania

(in Zusammenarbeit mit Johannes Kramer)

Innerromanische Identifikation und Gruppenzugehörigkeit bzw. -ausgrenzung durch Sprache

Sprachbewusstsein auf Sardinien

Sardinien ist ein seit jeher ein fremdbestimmtes Territorium sowie auch „[d]as Nebeneinander von mindestens zwei Sprachen […] eine Konstante in der Sprachgeschichte des Sardischen [ist]“[1]. Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erlebte Sardinien, das zuvor unter karthagischer, römischer und vandalischer Herrschaft gestanden hatte, eine Zeit der Selbstbestimmung, die auch in Bezug auf die sprachlichen Verhältnisse einzigartig in der Geschichte der Mittelmeerinsel sein sollte: Als (zumindest rein rechtlicher) Bestandteil des oströmischen Reiches im frühen Mittelalter wurde Sardinien in sog. Judikate, d.h. die vier Verwaltungseinheiten Cagliari, Arborea, Torres und Gallura unterteilt. An der Spitze der Kleinstaaten stand jeweils ein iudex/iudike,[2] d.h. ein Richter, der die militärische und zivile Gewalt innehatte,[3] das jeweilige Judikat zu einem unabhängigen souveränen Staatsgebilde umformen konnte[4] sowie eigene Entscheidungen über den Einsatz und die Berücksichtigung der sardischen Volkssprache auf offizieller Ebene – beispielsweise als Kanzleisprache – traf.[5]

Abb. Die vier Judikate Sardiniens (entnommen aus Casula, Francesco Cesare (1992): La storia di Sardegna, Sassari/Pisa, S. 166)

Das Sardische des Mittelalters ist beschreibbar als Kontinuum lokaler, zum damaligen Zeitpunkt nicht standardisierter Mundarten, die einen Grundstock gemeinsamer sprachstruktureller Phänomene aufweisen, jedoch auch phonetische, morphologische und lexikalische Eigentümlichkeiten zu erkennen geben. Die beiden Makrovarietäten des Altsardischen sind das im Norden gesprochene Logudoresische und das im Süden verbreitete Campidanesische. Als Übergangsvarietät zwischen diesen beiden ist das Arborensische zu nennen. Die administrative Gliederung des Inselterritoriums entspricht folglich nicht den Verbreitungsräumen der sardischen Dialekte.[6]

Als entscheidendes Ereignis, an das die Entstehung und Schärfung eines neuen, durch die Richter lancierten Sprachbewusstseins geknüpft werden muss, ist das Eintreffen von Benediktinermönchen des Klosters Montecassino (1063/1064) zu nennen,[7] die hiermit einer Aufforderung des Richters und des Papstes nachkamen, nämlich der Reformierung des sardischen Klerus[8] sowie der „Trennung des vorhandenen Sprachverhaltensspektrums“[9] in zwei voneinander unabhängige domänenspezifische Gebrauchsbereiche des Lateinischen und der Volkssprache.

Die Anfänge des Rückgriffs auf das Sardische in der Schriftlichkeit und die ansteigende Textproduktion sind folglich an den beginnenden Kontakt und die sich ausweitenden Beziehungen mit dem italienischen Festland geknüpft.[10] Für eine vermehrte Verwendung der Volkssprache sowie Einschränkung des Gebrauchs des Lateinischen sprachen mehrere Gründe: zum einen war das Lateinische den Mönchen von Montecassino zur ersten Kontaktaufnahme mit der lokalen Oberschicht nicht dienlich, zum anderen hatte die Sprache zuvor auf Sardinien ohnehin keine prestigeträchtige literarische Tradition entfaltet.[11] Terracini spricht von einer regelrechten „ignoranza del latino in cui i sardi erano caduti“ und klassifiziert das auf Sardinien gebrauchte Lateinische als „addirittura merovingico“.[12] Hierzu trug auch die Tatsache bei, dass Sardinien durch seine geographische Lage als Insel im Mittelmeer vom Festland abgeschottet und auf sich selbst gestellt war. Auch die Belagerung durch sarazenische Invasoren führte zunehmend zum Verlust des Kontaktes mit dem Lateinischen.[13]

In judikaler Zeit wurde das Sardische somit offiziell als Sprache der Administration und der Gerichtsbarkeit eingeführt, und zwar relativ zeitnah in allen vier Judikaten: Ortu spricht in Bezug auf die Anfänge der Verwendung der Volkssprache von einer „sincronia di manifestazioni del fenomeno in tutta l’isola“[14]. Zu einer vermehrten Textproduktion kam es insbesondere in den Judikaten Torres und Cagliari.[15]

Als älteste Dokumente gelten die Carta volgare cagliaritana (1066-1074) sowie das Privilegio logudorese (auch Privileziu logudoresu bzw. Carta consolare pisana genannt) (1080-1085).[16] Von großer Bedeutung ist folglich aus linguistischer Sicht die Tatsache, dass Urkunden, Kirchenregister und Kopialbücher (Condaghi)[17], Notariatsakten, Gesetzestexte und Chroniken, die bereits ab dem 11. Jahrhundert überliefert sind,[18] in altsardischer Sprache redigiert wurden, während in weiten Teilen der damaligen Romania das Lateinische in der Funktion als Urkundensprache unangefochten blieb.[19] Interessanterweise diente zur Abfassung der ersten sardischen Texte vorwiegend das Logudoresische, das als Koiné fungierte,[20] wobei ein stark latinisierender Stil vorherrschend war.[21] Trotz des Status als Amtssprache war der Funktionsradius des Sardischen dennoch beschränkt. Die Sprache legte ihre „veste cancelleresca“[22] erst spät ab, d.h. dass Prosa und Versdichtung in judikaler Zeit nicht im volgare sardo verfasst wurden, sondern erst im Klima von Renaissance und Humanismus entstanden.[23] Die dennoch bereits im 13. Jahrhundert in „historisch-narrativem“ Stil verfasste Chronik Libellus Judicum Turritanorum sowie der Condaghe di San Gavino (13.-14. Jhd.) müssen als Ausnahmen gewertet werden,[24] ebenso wie die kirchliche Prosa, „[…] die einzige Prosa höherer und literarischer Art, die das sardische Volk nahezu täglich hört […]“[25]. Die ersten Dokumente in sardischer Volkssprache zeichnen sich folglich – abgesehen von ein paar wenigen Gegenbeispielen – durch ihre vergleichbare formale, inhaltliche sowie funktionale Prägung aus.[26]

Dass die Aufwertung der Volkssprache der Sarden durch ihre Verschriftlichung die Identifikation über die eigene Sprache sowie ebenso eine Stärkung der Sprachloyalität mit sich brachte, zeigt die Tatsache, dass dem Lateinischen und dem Sardischen unterschiedliche Funktionsbereiche zugeteilt wurden:

Das Lateinische sollte nur mehr als Zweitsprache, die lediglich durch die Schulbildung, nicht jedoch als Muttersprache erlernt wurde, in Erscheinung treten. Zudem sollte es nur mehr zur Herstellung und Abwicklung von Außenbeziehungen wie mit den aufstrebenden Seemächten Pisa und Genua und zur Kommunikation zwischen religiösen Einrichtungen Verwendung finden.[27] Rechtsdokumente, die jedoch sardinieninterne Belange regelten, wurden bereits häufig – wenn auch nicht ausnahmslos[28] – im volgare sardo verfasst.[29] Bedeutsame Zeugnisse der Anfänge einer sardischen Schrifttradition und Selbstbehauptung sind die 1316 ins Altlogudoresische übersetzten Satuti della Repubblica di Sassari sowie die sog. Carta de Logu (1392) von Eleonora d’Arborea, die 1421, d.h. bereits in der Herrschaftszeit der Katalanen, zum Nationalgesetz der Sarden erklärt wurde.[30] Mit der Etablierung der sardischen Volkssprache in juristischen und administrativen Bereichen wurde ein entscheidender Schritt im Hinblick auf die Herausbildung eines gestärkten sardischen Sprachbewusstsein vollzogen, denn eine dem Großteil der Bevölkerung verständliche und durch Vorlesen zugängliche Sprachform wurde nun in den Stand einer offiziellen Amts- und Schriftsprache gehoben. Die zahlreichen Dokumente gaben zwar im Laufe der Zeit erste Anzeichen der Auseinanderentwicklung des Nord- und Südsardischen in das Altlogudoresische und Altcampidanesische zu erkennen, dennoch lässt sich nach wie vor von einem „gemeinsamen sardischen Fundus“[31] sprechen.

Dass diese Phase der Sprachemanzipation, in der sich die Herausbildung einer einheitlichen Nationalsprache zu profilieren begann, dennoch von kurzer Dauer war, ist den ständig im Wandel begriffenen politisch-administrativen Umständen zuzuschreiben:[32] Bereits in judikaler Zeit festigten sich enge Beziehungen mit den Seemächten Pisa und Genua, die ihre Macht auf Sardinien, der „terra di immigrazione e di fortuna“[33] ausweiteten und Handelskonzessionen erwirkten.

Bereits im Frühmittelalter ist somit ein stetes Ausbreiten des Genuesischen und Toskanischen nachweisbar, das sich unmittelbar in einer weiteren dialektalen Zerklüftung des Sardischen niederschlug. Nach dem Fall der Judikate und dem damit verbundenen Verlust der Autonomie Sardiniens im Jahr 1297 sowie dem Beginn der katalanischen Herrschaftsepoche 1323 konnte das Sardische in offiziellen Bereichen nur mehr als Protokollsprache fortleben. Die Sprache begann, im Bewusstsein der Sprecher zu einem Dialekt zu degradieren, während das Katalanische die Funktion der Verwaltungssprache übernahm.[34]

Versuche, das Sardische als eigenständige Literatursprache zu etablieren, zeichneten sich zwar bereits im 15. Jahrhundert ab (z.B. Antonio Canos Sa vitta e sa morte et passione de Sanctu Gavinu, Prothu et Januariu, 1463), hatten jedoch keine große Ausstrahlungskraft und Wirkung. Insbesondere im 16. Jahrhundert trat mit dem Kanonikus Girolamo Araolla aus Bosa eine zentrale Begründerfigur der sardischen Literatur in Erscheinung. Araolla war darum bemüht, „in dem Konzert der europäischen Renaissancekulturen die sardische Stimme zu Gehör zu bringen“[35]. Da das weit entlegene romanische Randgebiet Sardinien jedoch keine Phase des klassischen Humanismus kennengelernt hatte, sondern sich primär an italienischen und spanischen Vorbildern wie Torquato Tasso und Garcilaso de la Vega orientierte, ist der Versuch der Auseinandersetzung mit der Volkssprache Sardisch als „etwas Vermitteltes, sekundär Abgeleitetes“[36] zu interpretieren. Da Araollas Literatursprache ein konstruiertes, stark latinisierendes und italianisierendes sowie wenig am natürlichen Sprachgebrauch orientiertes Sardisch (Logudoresisch) darstellte und die zu diesem Zeitpunkt bereits stark vorangeschrittene dialektale Zerklüftung des Sardischen sowie die politischen Rahmenbedingungen die Herausbildung und Etablierung einer gesamtsardischen Literatursprache erschwerten, konnte sich Araollas Modellsprache nicht durchsetzen.[37]

Convivencia in Spanien

(Zusammenleben verschiedener Kulturen und Identifikation durch Sprache; Mozarabisch und Hispanoromanisch als Abgrenzung und Identifikation; Religiöser Kontext; Reconquista als Moment der Politisierung durch Sprache)

Im Jahr 711 begann mit dem Niedergang des Westgotenreiches die Eroberung der Pyrenäenhalbinsel durch die Araber. Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt von einer „Umgestaltung der Kultur und der Lebensverhältnisse auf der Pyrenäenhalbinsel im Sinne einer Orientalisierung“[38]. Die acht Jahrhunderte andauernde Herrschaft der Araber über weite Teile der iberischen Halbinsel ist auch im Wesentlichen der Grund für die späte Entstehung einer spanischen Schriftsprache und der verzögerten Herausbildung eines gemeinsamen Sprachbewusstseins.

Es ist nicht von einer numerischen Überlegenheit der Araber in Hispanien auszugehen – lediglich etwa 50.000 Araber besiedelten die iberische Halbinsel – sondern vielmehr von einer weiten Verbreitung des orientalische Lebensstils sowie der arabischen Sprache und Kultur in Al-Andalus, d.h. in den arabisch dominierten Regionen der Pyrenäenhalbinsel.[39] Den Großteil der Bevölkerung bildeten nach wie vor die Einheimischen, d.h. Bevölkerungsgruppen, die sich im Zuge der vorausgegangenen Herrschaftsepochen mit Römern und Germanen vermischt hatten.[40]

Der Norden blieb von der Islamisierungs- und Arabisierungswelle weitestgehend unberührt und weiterhin in christliche, romanischsprachige, unabhängige Kleinkönigreiche aufgeteilt.[41] Von Kastilien aus begann 720 die Reconquista, d.h. die fast 800 Jahre dauernde territoriale Rückeroberung, die erst 1492 mit dem Einzug der Katholischen Könige in der Alhambra in Granada ein Ende fand.

Al-Andalus entwickelte sich unter maurischer Herrschaft zu einem Ort der Zusammenkunft und des Zusammenlebens (la convivencia) von Menschen verschiedenster Herkunft, Sprachen und Religionen: „[…] die Pluriethnizität war geradezu sein Markenzeichen“.[42] Christen und Juden war es als „Völker des Buches“ gestattet, ihre Religion weiterhin zu praktizieren; es entstand folglich eine vielschichtige Gesellschaft bestehend aus Muslimen, Christen, Juden, Berbern, Arabern, Romanen und Sklaven.[43] Die „vielgepriesene, manchmal auch idealisierte convivencia“[44] von Muslimen, Christen, Juden zeichnete sich jedoch nicht ausschließlich durch ein friedliches Neben- oder Miteinander aus, sondern war häufig Ausgangspunkt für interkulturelle und politische Spannungen, wie insbesondere unter berberischer Herrschaft.[45] Allerdings war die convivencia „zumindest zeitweise, konkrete historische Realität“[46], es handelte sich daher um ein „keineswegs immer harmonisches, aber doch insgesamt kooperatives“[47] Neben- und Miteinander.

Viele der einheimischen Romanen traten im Zuge der Ausbreitung der Religion, Sprache und Kultur der Arber zum Islam über. Sie wurden Muladíes genannt. Die am christlichen Glauben festhaltenden, jedoch kulturell arabisierten Romanen wurden als Mozaraber bezeichnet; ihre Mundart, das Mozarabische, wurde allerdings auch von den bekehrten Romanen sowie teilweise selbst von den Arabern gebraucht.[48] Das Mozarabische galt als die am weitesten verbreitete Sprachform im 10. Jahrhundert. Die Mundart integrierte zahlreiche Arabismen im Lexikon, in der Phraseologie und der Wortbildung, weshalb es sich laut Lüdtke anbietet, nicht von Mozarabisch, sondern eher von „südspanischem Romanisch“[49] zu sprechen. Die Mozaraber waren häufig bilingual: neben der romanischen Volkssprache diente ihnen das Arabische als Kultursprache. Ihnen kam daher die Rolle als Kulturvermittler zwischen dem islamischen Süden (Al-Andalus) und den christlich gebliebenen Kleinkönigreichen im Norden zu.[50]

Im Wesentlichen ist Al-Andalus in damaliger Zeit als mehrsprachig geprägtes Gebiet anzusehen. Die ethnisch-kulturelle Herkunft sowie die Religionszugehörigkeit ließen nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf den Sprachgebrauch zu.[51] Selbst die jüdischen Bevölkerungsgruppen waren des Arabischen und Mozarabischen weitestgehend mächtig.[52] Ohnehin fungierte seit dem 10. Jahrhundert in diesem Schmelztiegel von verschiedenen Kulturen das Hocharabische als universale Bildungssprache der gebildeten Bevölkerungsschichten sämtlicher Religionen.[53] Das Idiom ist folglich neben dem Latein als Kultursprache der Christen und dem Hebräischen der Juden an der Spitze der „Kommunikationspyramide“ zu verorten, während das dialektale Arabisch und die romanischen Dialekte als unabhängig von ethnischem Hintergrund und Religion gesprochene Sprache den Grundstock bildeten.[54] Die Funktion des Hocharabischen als universale Kultursprache war ab dem 12. Jahrhundert zunehmend gefährdet, als die romanischen Dialekte des christlich gebliebenen Nordens allmählich verschriftet wurden und das Mozarabische an Vitalität verlor.[55]

Die arabische Kultur erlebte eine glanzvolle Blüte und war der einheimischen um Weites überlegen. Die Orientalisierung Hispaniens führte zur Verbreitung neuer Wissens- und Themengebiete. Im Erlernen der arabischen Schriftsprache verbarg sich die Hoffnung, die wissenschaftlichen und literarischen Leistungen und Bestände der arabischen Kultur nutzen und erweitern zu können.[56]

Ein auf internationaler Ebene äußerst bedeutsames Zentrum der Wissenssammlung und -vermittlung und Umschlageplatz neuer Erkenntnisse und Methoden war die Stadt Toledo. Die Stadt entwickelte sich zu einem für das damalige Europa einzigartiges Zentrum des Übersetzungswesens. In diesem Klima der gegenseitigen religiösen Toleranz versammelten sich Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften. Toledo entwickelte sich zu einem Hort wissenschaftlicher Leistungen und Errungenschaften, der Gelehrte aus weiten Teilen Europas anzog:

„Aus diesem Zusammenwirken verschiedenartiger Kulturkreise, Sprachen und Religionen entstand eine einzigartige Synthese von mozárabes (arabisierten Christen), mudéjares (Moslems in christlichen Gebieten) und moriscos (getauften Moslems), die allesamt versierte Facharbeiter und geschickte Techniker waren.“[57]

Unter dem aus der Gascogne stammenden Mönch Don Raymundo (1130-1187), der als Kanzler Königs Alfons VII. fungierte und 1126 zum Erzbischof von Toledo ernannt wurde, blühte Toledo als Bewahrungs- und Ausstrahlungszentrum wissenschaftlicher Leistungen zunehmend auf. Es entstand die sog. Übersetzerschule von Toledo, die keine Institution oder Einrichtung im engen Sinn war; unter dem Terminus wurden vielmehr Übersetzungsaktivitäten verschiedenster Art zusammengefasst. Den Unternehmungen der beteiligten Gelehrten ist es zu verdanken, dass im 12. und 13. Jahrhundert wissenschaftliche und politische Abhandlungen, die das Interesse der europäischen Wissenschaftler geweckt hatten, aus dem Arabischen in das Lateinische übertragen wurden. Auch der romanische Volkssprache kam im Rahmen der Übersetzungsprozesse eine zentrale Funktion zu, wobei hierbei wohl häufig das Mozarabische und nicht zwangsläufig das Kastilische die Grundlage bildete.[58] Bilinguale Mozaraber oder Juden übersetzen die arabischen Schriften zunächst mündlich in die Volkssprache; diese Vorarbeit diente im Anschluss einem christlichen Geistlichen als Grundlage für eine anschließende schriftliche Übertragung in das Lateinische, d.h. in das innerhalb Europas nach wie vor als Wissenschaftssprache geläufige Idiom.[59] Eine schriftsprachliche Verwendung der volkssprachlichen Mundarten war noch nicht die Regel.

Unter König Alfonso X. (1252-1284) wurde mit der Aufwertung des Kastilischen ein entscheidender Schritt in Richtung auf die Herausbildung eines Gemeinschafts- und Sprachbewusstseins vollzogen.[60] Es formte sich im 13. Jahrhundert ein Gefühl und Bewusstsein für die Andersartigkeit der Volkssprache gegenüber dem Lateinischen heraus. Unter Alfons X. bildete sich eine zweite Übersetzerschule von Toledo. Das Anliegen des Herrschers war es, das wissenschaftliche Repertoire der arabischen Kultur der romanischsprachigen Bevölkerung zugänglich zu machen und eine Einheitssprache für die stark durchmischte Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Der Funktionsradius der romanischen Umgangssprache wurde von der Mündlichkeit auf die Schriftlichkeit ausgedehnt: übersetzt wurde daher nicht mehr in das Lateinische, sondern direkt schriftlich in das Altspanische.[61]

Die unter Don Raymundo und später unter Alfonso X. geprägten Übersetzungsperioden unterschieden sich in zwei wesentlichen Punkten, nämlich thematisch sowie auch sprachlich.[62] Während im 12. Jahrhundert insbesondere philosophische Schriften aus dem Arabischen übersetzt wurden und zwar in das Lateinische, kam unter Alfons X. insbesondere der Übersetzung von Schriften, die praktische Wissensgebiete wie die Astronomie und Astrologie behandelten, große Bedeutung zu. Neue Fachgebiete wie Medizin, Geometrie, Botanik und Philosophie sowie auch wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich des Ackerbaus, der Gesteinskunde, der Astronomie und Mathematik – genauso wie Brettspielanleitungen und Schöne Literatur – weckten das Interesse der Gelehrten.[63] Als Übersetzungssprache fungierte hierbei das Kastilische, das im Laufe der voranrückenden Reconquista einen starken Prestigezuwachs zu verzeichnen hatte. An der stilistischen Erweiterung beteiligte sich selbst der Monarch. Er leistete persönlich einen großen Beitrag zur Herausformung einer einheitlichen spanischen Schriftsprache:

„Er legte offenbar die grossen Richtlinien fest, nach denen gearbeitet wurde; er bestellte die verschiedenen Fachleute, die mitarbeiten sollten, und er liess es sich persönlich angelegen sein, die arbeiten durchzusehen und dafür zu sorgen, dass sie in einem klaren und korrekten Kastilisch geschrieben waren, das allgemein verständlich sein sollte. In der heutigen Sprache würden wir sagen, der König war so etwas wie der Chefredaktor der von vielen Gelehrten hergestellten «Handbücher» und «Kompendien», indem er den Herstellungsprozess festlegte und beaufsichtigte, und er wirkte ausserdem noch als der Chefkorrektor, der sich besonders der sprachlichen Seite der Werke annahm.“[64]

Die von nun an unternommene Ausformung und Erweiterung des Sprachrepertoires des Altkastilischen ermöglichte allmählich die Verwendung der Volkssprache in bislang vom Lateinischen dominierten Domänen wie den Naturwissenschaften.[65] Eine entscheidende Rolle als Sprachvermittler spielten hierbei, wie bereits in der raimundischen Übersetzungsphase, jüdische Gelehrte. Im Zuge der Almoravidenzeit wurden die Mozaraber vertrieben, auch zahlreiche arabische Gelehrte hatten im Zuge der vorrückenden Reconquista die iberische Halbinsel verlassen, wodurch sich ein „regelrechter «brain drain»“[66] abzeichnete. Als Fachkräfte und Kulturmittler genossen die Juden hohes Ansehen. Da diese in den meisten Fällen einerseits das Spanische sowie das Arabische beherrschten und andererseits das Lateinische, das sie als Sprache des kirchlichen Gegners und der Unterdrückung erlebt hatten, ablehnten.[67]

Da dem Kastilischen somit der Weg geebnet wurde für die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen und literarischen Themen, konnte sich recht früh eine spanische Prosaliteratur herausbilden.[68] Ebenso wurde das Kastilische zur Sprache der Geschichtsschreibung. Überdies entstanden juridische und didaktische Texte.

Der Abschluss der Reconquista ist ein weiteres entscheidendes historisches Moment, an das die Herausbildung eines gemeinschaftsübergreifenden Sprachbewusstsein und des Aufblühens des Kastilischen als Universalsprache geknüpft werden muss. Die militärische Rückeroberung galt als abgeschlossen, als die Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragonien im Jahr 1492 in die Alhambra in Granada einzogen und somit das letzte islamische Reich an Kastilien überging. Von nun an begann das von Norden vordringende und prestigereiche Kastilische die mozarabischen Varietäten zu absorbieren und das Arabische zu verdrängen.[69] Der Großteil der Bevölkerung hatte zwar im Zuge der arabischen Herrschaft eine Islamisierung erfahren, war jedoch rein sprachlich gesehen in der romanischen Volkssprache verhaftet geblieben.[70] Die Reconquista hat daher nicht nur eine politisch-einigende, sondern insbesondere auch sprachlich-kulturelle Dimension: „Das Ergebnis der Reconquista war eine folgenreiche Durchdringung und Verschmelzung verschiedener Kulturen; dieser Prozess kann mit dem militant-ideologischen Schlagwort der ‚Rückeroberung‘ allein nicht adäquat erfaßt werden“.[71]

Ile de France als Machtzentrum

Katalanisch vs. Kastilisch, Okzitanisch vs. Altfranzösisch

Katalanisch vs. Kastilisch

Als eine im Mittelalter äußerst bedeutsame Kultursprache ist auch das Katalanische zu nennen, das begann, sich in den Tälern des östlichen Pyrenäenraums herauszubilden. Die Sprache wurde im Mittelalter als Amts-, Prosa- und Dichtungssprache sowie neben dem Lateinischen als Wissenschaftssprache zur Abhandlung philosophischer und theologischer Thematiken verwendet.

Ausschlaggebend für die Herausbildung eines feinfühligen Bewusstseins für die Unterscheidbarkeit der Volkssprache von der lateinischen Sprache war – laut Lüdtke – [72] eine im Auftrag von Karl dem Großen von Alkuin durchgeführte Bildungsreform im karolingischen Reiche, anlässlich derer neue künstliche Ausspracheregeln für das geschriebene Lateinische, das bis dato katalanisch ausgesprochen wurde, erstellt wurden. Auf dieser Grundlage bildete sich das Bewusstsein zweier Sprachformen heraus, das terminologisch abgebildet werden musste:

„Erst das Nebeneinander einer künstlich geschaffenen Aussprache im Unterricht und einer traditionellen, spontanen Aussprache in der informellen mündlichen Kommunikation rief nach terminologischer Unterscheidung (llatì : romanç), und diese wiederum bewirkte eine Dichotomie in der Sprachauffassung. Den katalanischen Sprecher/Hörern ist also nicht eines schönes Tages das Bewußtsein vom Himmel gefallen, daß sie doch eigentlich eine <<andere>> Sprache schrieben als sie sprachen, sondern das wird ihnen schon immer geläufig gewesen sein. Erst die instituierte Sonderstellung der künstlichen Lateinaussprache aufgrund kaiserlichen Befehls schuf wahrscheinlich ein Zweisprachenbewußtsein.“[73]

Erste Texte in katalanischer Sprache lassen sich bereits ab dem 12. Jahrhundert nachweisen, wie in Form von Urkunden, Entwürfen für Predigten und einer fragmentarisch überlieferten Übersetzung des westgotischen Gesetzbuchs Forum Judicum. Im 13. Jahrhundert kommen Chroniken wie die um 1244 entstandene Chronik Jakob des Eroberers in katalanischer Sprache hinzu.[74] Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstehen zudem Texte, die sich unterschiedlichen Funktionssektoren wie Religion, Wissensvermittlung, Rechtswesen, Handel und Verwaltung zuordnen lassen.[75]

Entscheidend für die Etablierung des Bewusstseins einer eigenen Volkssprachlichkeit ist folglich die Tatsache, dass das Katalanische zunehmend Eingang in die distanzsprachliche Schriftlichkeit hält, die zuvor ausschließlich dem Lateinischen vorbehalten war. Dies wird durch eine neue kommunikative Ausgangssituation mitbedingt, in der

„[…] die mit den lateinischen Texttypen vorgegebenen kommunikativen Lösungen nicht ausreichend [sind]; für manche der neu zu regelnden Kommunikationssituationen müssen die Lösungen erst noch gefunden werden. Sobald diese Lösungen nicht nur individuelle, einmalige Leistungen bleiben, sind die Voraussetzungen für eigenständige volkssprachliche Texttypen gegeben.“[76]

Ab dem 12. Jahrhundert wird die Volkssprache immer häufiger mit einer eigenen Benennung versehen und von anderen Idiomen bewusst abgegrenzt:[77] Eine erste Erwähnung der katalanischen Volkssprache findet sich in Jofre de Foixàs Regles de Trobar (1286-1291). In seiner Anleitung zum Dichten stellt er das catalanesc dem Okzitanischen (proençal, proençalès) gegenüber. Auch Ramon Muntaner erwähnt in seiner Chronik (1325-1328) die Begriffe català/catalanesch.[78] Dass auf dieser Grundlage bereits im Mittelalter von einem fundierten Sprachbewusstsein auszugehen ist, lässt Muntaner in seiner Chronik (Kap. XXIX) erahnen.[79]

Die umfangreiche Textproduktion des Mallorquiners Ramón Llull (1232-1316), die bereits frühzeitig ein hohes differenziertes Stilniveau des Katalanischen als Prosasprache zu erkennen gibt,[80] ist jedoch nicht den genannten Funktionsbereichen zuzuordnen, sondern sollte gesondert behandelt werden:[81] Auch Llulls Schaffen zeugt von einem bereits sehr feinfühligen Sprachbewusstsein, dass ihn zwischen dem Lateinischen und der Volkssprache (romanç/vulgar) unterscheiden lässt. Allerdings liegt der Wahl der Volkssprache zur Verfassung seiner Werke primär der Wunsch zugrunde, ein möglichst großes Publikum anzusprechen, d.h. für Llull stand vorwiegend die Funktion und der Wirkungskreis der Sprache im Vordergrund und weniger ihr einzelsprachlicher Charakter: „Volkssprache meint bei Llull [...] immer nur die Sprache der Laien und nie eine bestimmte Einzelsprache“[82]. Der Wunsch nach größtmöglichster Verbreitung des Glaubens erforderte allerdings den Ausbau der Volkssprache, den sich Llull zur Aufgabe machte.[83] Llull und seinem Werk Libre de contemplació en Déu ist es zu verdanken, dass das Katalanische in den Stand einer Kultursprache Europas gehoben wurde, die neben dem Griechischen und Lateinischen zur Abfassung philosophischer und theologischer Abhandlungen diente.[84] Im 14. Jahrhundert weitet sich der Verwendungsradius des Katalanischen nicht nur zunehmend im Bereich der Prosa, sondern auch auf historiographische, didaktische und religiöse Texte aus.[85] In der Lyrik fasst das Katalanische jedoch erst später Fuß: Bis ins 15. Jahrhundert fungierte das Okzitanische, dass „[...] an keine politische Macht direkt gebunden war, sondern ein frei schwebendes Kulturgut darstellte […]“[86], als Sprache der Dichtung und wurde nur allmählich durch das Katalanische abgelöst (z.B. Ausiàs March, 1397-1459).[87]

Mit den – meist durch Kleriker vorgenommenen – Übersetzungen religiöser Texte in die Volkssprache wächst zunehmend das Interesse an diesen seitens der Laien, die nun beginnen die volkssprachliche Bibel mittels eigener Lektüre zu rezipieren. Auch volkssprachliche Heiligenviten erfreuen sich in laikalen Kreisen immer größerer Beliebtheit; insbesondere im ausgehenden 13. Jahrhundert erleben auch Bürger, „[…] die über ausreichende Muße verfügen, in den Sammlungen von Heiligenlegenden eine erbauliche und nichtsdestoweniger auch unterhaltende Lektüre.“[88]

Die Entstehung katalanischer Historiographie steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Wirken der Mönche des Klosters Ripoll: In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wird mit der Abfassung der Gesta comitum Barcinonensium et regum Aragoniae zum ersten Mal die katalanische Geschichte schriftlich dokumentiert. Im Vordergrund steht hierbei das Ziel der Herausstellung und Abgrenzung der katalanischen Gebiete gegenüber Aragón, mit dem die katalanischen Grafschaften zusammengefasst worden waren. Die um 1267 folgende Übersetzung der Gesta aus dem Lateinischen in das Katalanische ermöglicht nun, dass das Bewusstsein einer eigenen katalanischen Identität auch außerhalb der klerikalen Kreise des Klosters Wirksamkeit erlangen kann.[89] Durch die Übersetzung ergeben sich allerdings nur geringfügige inhaltliche und formale Abänderungen; viel entscheidender ist die damit initiierte „[…] Funktionsverschiebung, die die Trennung von einem auf das Kloster beschränkten Gebrauch bedeutet […]“[90]. Während die Gesta ursprünglich auf Lateinisch verfasst und lediglich in der Folge in das Katalanische übersetzt wurden, handelt es sich bei Bernat Desclots Chronik (ca. 1283-1288) um die erste von Beginn an auf Katalanisch abgefasste historiographische Schrift.[91] Mit dieser hat Desclot vorwiegend die elitären Kreise des Hofes im Blick, denn „Literaturrezeption und auch -produktion an den Höfen, als ein Ausdruck der Gruppenidentität der höfischen Elite, findet in Volkssprache statt, wobei für die Lyrik das Okzitanische und für die Narrativik das Okzitanische bzw. das Französische als angemessen gelten. Desclot nun verwendet ‘wie selbstverständlich‘ das Katalanische“.[92] Mit diesem entscheidenden Schritt schafft Desclot also einen „neuen, genuin volkssprachlichen Texttyp“[93].

Die Zunahme der Verwendung des Katalanischen in der Schriftlichkeit ist zusätzlich eng im Kontext politischer und sozialer Veränderungen zu interpretieren, die insbesondere die Herrschaftszeit Jakob I. (1225-1276) prägen: „Im 13. Jahrhundert wandelt sich Katalonien von einem Personenverbandsstaat hin zu einem Territorialstaat mit monarchischer Verfassung.“[94] Als die Reconquista immer mehr in den Süden der iberischen Halbinsel vorschritt und sich Aragonien und die einzelnen Grafschaften zur Krone von Aragón formierten, vereinte diese Mitte des 13. Jahrhunderts, nach dem Ende der Großen Reconquista, unter sich bereits zahlreiche Gebiete: Aragón (mit Zaragoza), Katalonien, València, Teile des Rousillon sowie die Balearen.[95] In València sowie auf den Balearen hatte zuvor das Arabische als Sprache der Gerichtsbarkeit und Verwaltung gedient, das nun im Zuge der territorialen Ausweitung Aragóns durch die Sprache der neuen Führungselite abgelöst werden sollte.[96] Auch in den Herzogtümern Athen und Neopatria (1311-1388), sowie auf Sizilien nach der Sizilianischen Vesper (1282) fungierte das Katalanische als Kanzleisprache.[97] Zudem verlieh Papst Bonifazius VIII. im Jahr 1297 Jakob II. von Aragón den Titel des Königs von Sardinien und Korsika. Mit der politischen Unterwerfung Sardiniens im Jahr 1322 wurde auch hier letztendlich das Katalanische in den Rang der offiziellen Staats- und Verwaltungssprache sowie der Kirchensprache gehoben. Die territoriale Expansion, die sich sogar auf Kreta und Zypern erstreckte,[98] sowie der aufblühende Mittelmeerhandel sind Auslöser für einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und eine daran gekoppelte Stärkung der Rolle des Katalanischen als Amtssprache, da in den neu hinzugewonnenen Gebieten ein enormer Verwaltungs- und Organisationsaufwand bestand. Als bedeutsames politisches und kulturelles Zentrum trat damals die Stadt Barcelona hervor. Nicht nur mit der beginnenden territorialen Expansion, sondern auch mit der Ausweitung der Kompetenzen des städtischen Bürgertums in Politik und Verwaltung schaffte Jakob I. die wesentlichen Voraussetzungen für eine tiefgreifende Veränderung der sprachlichen Verhältnisse,[99] denn „[i]n Zusammenhang mit dem Ausbau einer städtischen Selbstverwaltung benötigen nun auch Personen Zugriff auf Rechtstexte, die keine akademische juristische Ausbildung und das heißt keine ausreichenden Lateinkenntnisse haben.“[100] Für überregional bedeutsame Rechtstexte wurde jedoch nach wie vor eine lateinische Fassung angefertigt.

Selbst Alfons der Großmütige, der 1416 anlässlich der Eröffnung des königlichen Hofes von Barcelona auf das Kastilische zurückgriff, wurde dazu angehalten, im Parlament das Katalanische zu verwenden.[101] Auffällig ist auch, dass die katalanische Literatur- wie auch Urkundensprache das ganze Mittelalter hindurch eine äußerst einheitliche Form bewahrte.[102] Insbesondere ist hier die Rolle der Königlichen Kanzlei zu nennen, die das Katalanische als Geschäftssprache verwandte und eine „sprachpflegerische“[103] Funktion ausübte. Wir können den Geltungsbereich der Sprache daher mit den Worten Lüdtkes wie folgt beschreiben:

„Zwischen dem 13. Und dem 15. Jahrhundert erreichte das Katalanische den vollen Statuts einer Kultur- und Nationalsprache, die in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und der Kultur und in allen Gesellschaftsschichten Geltung hatte. Es war im Mittelalter die einheitlichste und am besten kodifizierte romanische Schriftsprache, da die katalanischen Mundarten eine geringe dialektale Differenzierung aufwiesen; es war Hofsprache, die Sprache der Parlamentsreden, Gesetzte, Urkunden und Verträge und der damals gepflegten Wissenschaften.“[104]

In Folge der Vereinigung der Krone Kastiliens und Aragoniens zum Königreich von Spanien im Jahr 1469 ging die politische Vormachtstellung jedoch an Kastilien über, was von nun an einen rapiden Niedergang - „la Decadència“ - der Schriftkultur des Katalanischen zur Folge hatte.[105] Als Ferdinand von Antequera aus der kastilischen Dynastie auf den Thron folgte, wurde im Zuge dessen das Katalanische durch das Kastilische als Sprache des Hofes abgelöst.[106] Mit dem Verlust der katalanischen königlichen Kanzlei ging somit eine wichtige, bislang für die Spracherhaltung des Katalanischen verantwortliche Instanz verloren.[107] Nicht unwesentlich ist hierbei auch die Rolle des Buchdrucks, der im Hinblick auf eine größere Adressatenschaft vorwiegend zur Veröffentlichung von Werken in lateinischer und kastilischer Sprache Verwendung fand.[108] Da die Einheitlichkeit der Sprache auf diese Weise nicht mehr gewährleistet werden konnte, kam es zu einer dialektalen Zerklüftung und Spaltung des Sprachbewusstseins: „Eine erste Auflösung des einheitlichen Sprachbewußtseins ist um 1500 festzustellen, da nun das Valencianische stärker dem Katalanischen gegenübergestellt wurde. Das mittelalterliche Katalanisch wurde dagegen llemosí genannt“.[109] Mit der Übernahme der bislang dem Katalanischen vorbehaltenen Funktionen durch das Kastilische verschob sich der Gebrauch des Katalanischen auf vorwiegend mündlich geprägte Verwendungsbereiche, in denen es seine Vitalität jedoch bewahren konnte.[110]

Mit entscheidend für den von nun an in Gang gesetzten Vormarsch des Spanischen sowie der Unterordnung des Katalanischen ist auch die überseeische Expansion des Königreichs im Zuge der Entdeckung Amerikas durch Columbus, die eine politische und ökonomische Schwächung Kataloniens nach sich zog. Während die Stützpunkte im Mittelmeerraum sowie die ehemaligen Ausstrahlungszentren Barcelona und Valencia nun an Wichtigkeit verloren, traten die Städte Sevilla und Cádiz zunehmend auf den Plan. Von diesem Zeitpunkt an verlagerte sich der Mittelpunkt des politischen wie literarisch-kulturellen Geschehens nach Kastilien und die katalanische Sprache wurde durch das Spanische als Verwaltungs-, Bildungs- und Literatursprache abgelöst.[111]

Randgruppen der Gesellschaft, Reiseberichte, Geheimsprachen

-         Beherrschen von anderen Volkssprachen auch im Spätmittelalter noch nicht sonderlich anerkannt (vgl. Laude

2007: 331)

-         aber: ausgeprägtes Bewusstsein für das Phänomen der Sprachenvielfalt bei Reisenden (vgl. Laude 2007: 341)

-         Konfrontation mit Sprachgrenzen, Fremdsprachen, Verständigungsproblemen

-         Thematisierung von Fremdsprachen, Kommunikationsohnmacht, Sprachnot der Menschen, Überschreiten

der Sprachgrenze als etwas Unmögliches (vgl. Laude 2007: 338)

-         Verständigung mittels Gesten

Etablierung und Verfestigung, Geltungsanspruch

(Verschriftlichung, Literarisierung, extensiver Ausbau)

Provenzalische Minnelyrik

(11./12. Jh., als kodiertes System, das jenseits von Alltagssprache über ein System funktioniert)

Marie de France: „romanz“

(Schreiben im Idiom des Volkes und Thematisierung dieses Prozesses, Hinwendung zum Publikum) 12. Jh.; matière de Bretagne

Sizilianische Dichterschule

(Kunstsprache als Kompromiss zwischen Neulatein und nicht kodifizierter Volkssprache, um Publikum zu erreichen und Kanzleisprache zu verbreiten) Eleonore di Arborea: Rechtstexte 14. Jh.

neue Gattungen

Lyrik: Sonett, Ballade, Rondeau; Narrativik: Lai, Fabliau, Dit; Theater : auto sacramental, Farce

Sprachen und literarische Gattungen

Trennung in literarische Gattungen, die bestimmte Sprachen besetzen auf Iberischer Halbinsel: Galicisch-Portugiesisch als Sprache der Lyrik und Kastilisch als Sprache der Prosa

pragmatische Schriftlichkeit

etwa von Kaufleuten, Handwerkern, Ärzten usw.; am Beispiel von Villard de Honnecourt

Entwicklungen der romanischen Orthographien

Exempel: Ordonnance de Villers-Cotterêts

Instrumentalisierung und Theoretisierung

Questione della lingua

Dante (De vulgari eloquentia), Bembo, Trissino

Debatten in Volkssprache

Querelle des femmes, Antiqui vs. Moderni

Grammatiken

Nebrija, Alberti (1442), Portugal

Rezeption des Aristoteles

Rezeption des Aristoteles 1548 mit Robortellos kommentierter Edition

Deffence et illustration

Deffence et illustration, Pléiade, Du Bellay

Fremdsprachen-Lehrwerke

Calvinismus

Ausblick

Literatur

Einzelnachweise

  1. Rindler Schjerve, Rosita (1987): Sprachkontakt auf Sardinien, Tübingen, S. 10.
  2. vgl. Boscolo, Alberto (1982): „L’età dei Giudici“, in: Brigaglia, Manlio (Hg.): La Sardegna, Kap. 2, Bd. 1, Cagliari, 2638, S. 27.
  3. vgl. Salvi, Sergio (1973): Le nazioni proibite, Firenze, S. 561.
  4. vgl. Lindenbauer, Petrea/Metzeltin, Michael/Thir, Margit (1994): Die romanischen Sprachen, Wilhelmsfeld, S. 63.
  5. vgl. Merci, Paolo (1982): „Le origini della scrittura volgare“, in: Brigaglia, Manlio (Hg.): La Sardegna, Kap. 3, Bd. 1, Cagliari, 1124, S. 18.
  6. vgl. Fodor, Andrea (2012): „Il corpus dei testi medievali sardi: una presentazione riassuntiva“, in: Verbum Analecta Neolatina 13.2, 445–452, S. 447.
  7. vgl. Ortu, Gian Giacomo (2005): La Sardegna dei Giudici, Nuoro, S. 265f.
  8. vgl. Day, John/Anatra, Bruno/Scaraffia, Lucetta (1984): La Sardegna medioevale e moderna, Torino, S. 159. Hinzu kam der Versuch der Benediktinermönche, die wirtschaftliche Lage des Inselgebietes durch die Einführung neuer Techniken in der Landwirtschaft und der Ausweitung der Bewirtschaftungsfläche zu verbessern (vgl. Galoppini, Laura (1994): Sardegna e Mediterraneo: dai Vandali agli Aragonesi, Pisa, S. 83).
  9. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 456f.
  10. vgl. Terracini, Benvenuto (1957 [1931]): „Romanità e grecità nei documenti più antichi di volgare sardo“, in: id: Pagine e Appunti di Linguistica storica, Firenze, 189–195, S. 190; vgl. Kabatek, Johannes (2013): „Koinés and Scriptae“, in: Ledgeway, Adam/Smith, John C./Maiden, Martin (Hgg.): The Cambridge History of the Romance Languages, Cambridge, 143–186, S. 166. Hiermit erklärt sich auch die Entscheidung für die Verwendung der Beneventana im Logudoro, einer Buchschrift, die insbesondere von den Mönchen Monte Cassinos geprägt worden war (vgl. Casula, Francesco Cesare (1978): Breve Storia della scrittura in Sardegna, Cagliari, S. 50). Die Beschäftigung mit frühmittelalterlichen Quellen des Sardischen ist jedoch nicht unproblematisch, da sich im Hinblick auf zahlreiche Texte der Verdacht erhärtete, dass diese seitens der Forschung nicht auf ihren korrekten Entstehungszeitraum datiert wurden bzw. dass es sich in einigen Fällen sogar um Fälschungen – wie im Falle der Carta di Arborea – handeln könnte (vgl. Frank, Barbara/Hartmann, Jörg (Hgg.) (1997): Inventaire systématique des premiers documents des language romanes, Tübingen, Bd. 1, S. 28–35.). Frank/Hartmann (1997: 28) bezeichnen dieses Forschungsfeld daher als un terrain miné.
  11. vgl. Ortu, Gian Giacomo (2005): La Sardegna dei Giudici, Nuoro, S. 266.
  12. Terracini, Benvenuto (1957 [1931]): „Romanità e grecità nei documenti più antichi di volgare sardo“, in: id: Pagine e Appunti di Linguistica storica, Firenze, 189–195, S. 190; vgl. hierzu auch Blasco Ferrer, Eduardo (1993a): Les plus anciens monuments de la langue sarde. Histoire, genèse, description typologique et linguistique, in: Selig, Maria/Frank, Barbara/Hartmann, Jörg (Hgg.): Le passage à l’écrit des langues romanes, Tübingen, 109148, S. 120.
  13. Pittau, Massimo (2005): Grammatica del sardo illustre, Sassari, S. 9.
  14. Ortu, Gian Giacomo (2005): La Sardegna dei Giudici, Nuoro, S. 265.
  15. vgl. Merci, Paolo (1982): „Le origini della scrittura volgare“, in: Brigaglia, Manlio (Hg.): La Sardegna, Kap. 3, Bd. 1, Cagliari, 11–24, S. 11.
  16. vgl. Ortu, Gian Giacomo (2005): La Sardegna dei Giudici, Nuoro, S. 265; Blasco Ferrer geht davon aus, dass dem Privilegio logudorese nicht das Logudoresische, sondern das Arborensische zu Grunde liegt. Außerdem datiert er das Dokument auf das Jahr 1121 (vgl. Blasco Ferrer, Eduardo (1993b): „Nuove riflessioni sul Privilegio logudorese“, in: Bollettino storico pisano 62, 399–416, S. 405; 410).
  17. Bei all der Diskussion um die Echtheit zahlreicher überlieferter Dokumente sind es insbesondere die Condaghi, deren Authentizität im Grunde unumstritten ist (vgl. Frank, Barbara/Hartmann, Jörg (Hgg.) (1997): Inventaire systématique des premiers documents des language romanes, Tübingen, Bd. 1, S. 34). Ein bedeutsames Dokument ist der Condaghe di San Pietro di Silki, der Texte aus dem 11. bis 13. Jahrhundert umfasst. Es handelt sich um Dokumentationen von Schenkungen, Käufen, Nachlässen, Tauschhandlungen etc. des Klosters San Pietro di Silki. Sprachliche Grundlage dieses Urkundenbuches ist das Altlogudoresische (vgl. Wagner, Max Leopold (2002) [1950]: Geschichte der sardischen Sprache, Tübingen/Basel, S. 65.)
  18. Für eine detaillierte Besprechung der einzelnen Texttypen vgl. Blasco Ferrer, Eduardo (1995): „Sardisch. Il Sardo“, in: Holtus, Günter/Metzeltin, Michael/Schmitt, Christian (Hgg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik, Bd. II, 2: Die einzelnen romanischen Sprachen und Sprachgebiete vom Mittelalter bis zur Renaissance/Les différentes langues romanes et leurs regions d’implantation du Moyen Age à la Renaissance, Tübingen, 239271, S. 250f; vgl. Blasco Ferrer, Eduardo (1993a): Les plus anciens monuments de la langue sarde. Histoire, genèse, description typologique et linguistique“, in: Selig, Maria/Frank, Barbara/Hartmann, Jörg (Hgg.): Le passage à l’écrit des langues romanes, Tübingen, 109148, S. 113f.
  19. vgl. Rindler Schjerve, Rosita (1987): Sprachkontakt auf Sardinien, Tübingen, S. 39.
  20. vgl. Salvi, Sergio (1973): Le nazioni proibite, Firenze, S. 547.
  21. vgl. Rindler Schjerve, Rosita (1987): Sprachkontakt auf Sardinien, Tübingen, S. 39.
  22. Blasco Ferrer, Eduardo (1984): Storia Linguistica della Sardegna, Tübingen, S. 64.
  23. vgl. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 458.
  24. Pittau, Massimo (2005): Grammatica del sardo illustre, Sassari, S. 10.
  25. vgl. Wagner, Max Leopold (2002) [1950]: Geschichte der sardischen Sprache, Tübingen/Basel, S. 290.
  26. vgl. Blasco Ferrer, Eduardo (1993a): Les plus anciens monuments de la langue sarde. Histoire, genèse, description typologique et linguistique", in: Selig, Maria/Frank, Barbara/Hartmann, Jörg (Hgg.): Le passage à l’écrit des langues romanes, Tübingen, 109148, S. 110.
  27. vgl. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 457.
  28. vgl. Terracini, Benvenuto (1957 [1931]): „Romanità e grecità nei documenti più antichi di volgare sardo“, in: id: Pagine e Appunti di Linguistica storica, Firenze, 189–195, S. 190.
  29. vgl. Merci, Paolo (1982): „Le origini della scrittura volgare“, in: Brigaglia, Manlio (Hg.): La Sardegna, Kap. 3, Bd. 1, Cagliari, 11–24, S.21; vgl. Casula, Francesco Cesare (1978): Breve Storia della scrittura in Sardegna, Cagliari, S. 50.
  30. vgl. Rindler Schjerve, Rosita (1987): Sprachkontakt auf Sardinien, Tübingen, S. 13.
  31. Rindler Schjerve, Rosita (1987): Sprachkontakt auf Sardinien, Tübingen, S. 40; vgl. Mensching, Guido (1992): Einführung in die sardische Sprache, Bonn, S. 13.
  32. vgl. Mensching, Guido (1992): Einführung in die sardische Sprache, Bonn, S. 13.
  33. Boscolo, Alberto (1982): „L’età dei Giudici“, in: Brigaglia, Manlio (Hg.): La Sardegna, Kap. 2, Bd. 1, Cagliari, 26–38, S. 29.
  34. vgl. Rindler Schjerve, Rosita (1987): Sprachkontakt auf Sardinien, Tübingen, S. 12; 40; vgl. Bossong, Georg (1990): Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie in der Romania, Tübingen, S. 166.
  35. Bossong, Georg (1990): Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie in der Romania, Tübingen, S. 167.
  36. Bossong, Georg (1990): Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie in der Romania, Tübingen, S. 167.
  37. vgl. Wagner, Max Leopold (2002) [1950]: Geschichte der sardischen Sprache, Tübingen/Basel, S. 69.
  38. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 509.
  39. vgl. Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450, S. 407f.
  40. vgl. Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450, S. 407.
  41. vgl. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 512.
  42. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 66.
  43. vgl. Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450, S. 407; Hottinger, Arnold (2005): Die Mauren. Arabische Kultur in Spanien, München, S. 46.
  44. Bernecker, Walther L. (2002): Spanische Geschichte. Von der Reconquista bis heute, Darmstadt, S. 12.
  45. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 71.
  46. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 121.
  47. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 121.
  48. vgl. Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450, S. 407.
  49. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 514.
  50. vgl. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 513.
  51. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 70.
  52. vgl. Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450, S. 412.
  53. vgl. Briesemeister, Dietrich (1969): „Das Sprachbewußtsein in Spanien bis zum Erscheinen der Grammatik Nebrijas (1492)“, in: Iberoromania, Bd. 1, 3555, S. 36.
  54. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 71f.
  55. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 73.
  56. vgl. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 511.
  57. Bernecker, Walther L. (2002): Spanische Geschichte. Von der Reconquista bis heute, Darmstadt, S. 11, Herv. i.O.
  58. vgl. Hottinger, Arnold (2005): Die Mauren. Arabische Kultur in Spanien, München, S. 409.
  59. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 75.
  60. vgl. Briesemeister, Dietrich (1969): „Das Sprachbewußtsein in Spanien bis zum Erscheinen der Grammatik Nebrijas (1492)“, in: Iberoromania, Bd. 1, 3555, S. 40.
  61. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 78.
  62. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 78.
  63. vgl. Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450, S. 417.
  64. Hottinger, Arnold (2005): Die Mauren. Arabische Kultur in Spanien, München, S. 409, Herv. i.O.
  65. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 78.
  66. Hottinger, Arnold (2005): Die Mauren. Arabische Kultur in Spanien, München, S. 413, Herv. i.O.
  67. vgl. Bossong, Georg (2007): Das maurische Spanien, München, S. 79; Hottinger, Arnold (2005): Die Mauren. Arabische Kultur in Spanien, München, S. 400.
  68. vgl. Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450, S. 418.
  69. vgl. Lindenbauer, Petrea/Metzeltin, Michael/Thir, Margit (1994): Die romanischen Sprachen, Wilhelmsfeld, S. 96; Kontzi, Reinhold (1982): „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“, in: id. (Hg.): Substrate und Superstrate in den romanischen Sprachen, Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 387450.
  70. vgl. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 512.
  71. Bernecker, Walther L. (2002): Spanische Geschichte. Von der Reconquista bis heute, Darmstadt, S. 10.
  72. vgl. Lüdtke, Helmut (1990): „Vom Latein zum Katalanischen“, in: Zeitschrift für Katalanistik 3, 21–32, S. 22.
  73. Lüdtke, Helmut (1990): „Vom Latein zum Katalanischen“, in: Zeitschrift für Katalanistik 3, 21–32, S. 22, Herv. i.O.
  74. vgl. Brummer, Rudolf (1975): Katalanische Sprache und Literatur, München, S. 17f.
  75. vgl. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 34.
  76. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 27.
  77. Zu den Anfängen der Verwendung eigener Bezeichnungen für die Volkssprache vgl. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 17–23.
  78. Marì i Mayans, Isidor (2003): Die Katalanischen Länder. Geschichte und Gegenwart einer europäischen Kultur, Berlin, S. 41; Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 22f.
  79. „vos diré cosa de qué us meravellarets, emperó si bé ho encercats, així ho trobarets: que d’un llenguatge solament, de negunes gens no són tantes com catalans. Que si volets dir castellans, la dreta Castella poc dura e poca és, que en Castella ha moltes províncies qui cascun parla son llenguatge, qui són així departits com catalans d’aragoneses.“ Zit. nach Lindenbauer, Petrea/Metzeltin, Michael/Thir, Margit (1994): Die romanischen Sprachen, Wilhelmsfeld, S. 85.
  80. vgl. Bossong, Georg (2008): Die romanischen Sprachen. Eine vergleichende Einführung, Hamburg, S. 99. Llulls Katalanisch ist aber immer noch „[…] un catalano solido, colto quanto inventivo, schietto e proteiforme, neanche preda di dottismi esasperati o di virtuosità indecifrabili […]“ (Sansone, Giuseppe (2001): „Introduzione“, in: ibid. (ed.): Poesia catalana del Medioevo, Novara, 11–28, S. 17).
  81. vgl. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 35.
  82. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 78.
  83. vgl. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 140. Allerdings ist auch nicht auszuschließen, dass das Wirken von Kopisten im 14. Jahrhundert, die ein „strenges Sprachkorrektheitsbewusstsein“ an den Tag legten, an der Herausbildung einheitlicher Strukturen der Sprache beteiligt war. (vgl. Lüdtke,Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 760).
  84. vgl. Brummer, Rudolf (1975): Katalanische Sprache und Literatur, München, S. 18.
  85. vgl. Brummer, Rudolf (1975): Katalanische Sprache und Literatur, München, S. 18.
  86. Lüdtke, Helmut (2005): Der Ursprung der romanischen Sprachen, Kiel, S. 759.
  87. vgl. Quintana, Artur (1973): Handbuch des Katalanischen, Barcelona, S.19; Lindenbauer, Petrea/Metzeltin, Michael/Thir, Margit (1994): Die romanischen Sprachen, Wilhelmsfeld, S. 85. Vgl. hierzu auch Casanova, Emili (1991): „Katalanisch: Sprache und Literatur“, in: Holtus, Günter/Metzeltin, Michael, Schmitt, Christian (Hgg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik, vol. V.2, Tübingen, 218–231, S. 219: „La poesía, en cambio, se construye a través de la lengua de los trovadores. Esto se debe al prestigio cultural del provenzal y a la relación fraternal e intercomunicativa entre las dos lenguas. El occitano se usa hasta el siglo XV, época de Ausiàs March.“
  88. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 77.
  89. vgl. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 136f.
  90. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 120.
  91. vgl. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 120.
  92. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 137.
  93. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 138.
  94. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 12.
  95. vgl. Bossong, Georg (2008): Die romanischen Sprachen. Eine vergleichende Einführung, Hamburg, S. 100.
  96. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 25.
  97. vgl. Lüdtke, Jens (1984): Katalanisch. Eine einführende Sprachbeschreibung, München, S. 22.
  98. vgl. Bossong, Georg (2008): Die romanischen Sprachen. Eine vergleichende Einführung, Hamburg, S. 101.
  99. vgl. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 139.
  100. Philipp-Sattel, Sabine (1996): Parlar bellament en vulgar. Die Anfänge der katalanischen Schriftkultur im Mittelalter, Tübingen, S. 79.
  101. vgl. Lindenbauer, Petrea/Metzeltin, Michael/Thir, Margit (1994): Die romanischen Sprachen, Wilhelmsfeld, S. 85. Das Katalanische trat in dieser Zeit jedoch nicht ausschließlich als Amtssprache in Erscheinung, sondern blühte auch in seiner Funktion als Literatursprache, insbesondere im 15. Jahrhundert in der Prosa und Dichtung auf. Als größter Roman des katalanischen Mittelalters gilt der Ritterroman Tirant lo Blanc, der von Joanot Martorell verfasst und von Martí Joan de Galba zur Ende geführt wurde.
  102. „Als hervorstechendes Merkmal der mittelalterlichen katalanischen Sprache gilt ihre Einheitlichkeit. Dialektale oder chronologische Differenzen lassen sich nur in sehr geringem Maße aufzeigen“ (Meisenburg, Trudel (1991): „Zu Geschichte der katalanischen Orthographie“, in: Zeitschrift für Katalanistik 4, 48–67, S. 50).
  103. Scholz, Bettina (1994): „Regles de esquivar vocables o mots grossers o pagesívols: der erste normative Versuch in Katalonien“, in: Berkenbusch, Gabriele/Bierbach, Christine (Hgg.): Zur katalanischen Sprache: historische, soziolinguistische und pragmatische Aspekte, Akten des 2. gemeinsamen Kolloquiums der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik (Berlin, 10.-12. September 1992), Bd. 2, Frankfurt a.M., 29–39, S. 29.
  104. Lüdtke, Jens (1984): Katalanisch. Eine einführende Sprachbeschreibung, München, S. 24. Vgl. hierzu auch Casanova, Emili (1991): „Katalanisch: Sprache und Literatur“, in: Holtus, Günter/Metzeltin, Michael, Schmitt, Christian (eds.), Lexikon der Romanistischen Linguistik, vol. V.2, Tübingen, 218–231, S. 220: […] la Cancillería establece un modelo de lengua unitaria, especie de koiné supradialectal y liteararia, basada sobre la modalidad dialectal barcelonesa, creada por los funcionarios áulicos, con un estilo ágil, preciso, elegante, que imita la prosa latina a nivel retórico (el ars dictandi) y admite muchos cultismos. Lengua literaria que se usa sobre todo en la administración, prosa religiosa y humanística.
  105. vgl. Quintana, Artur (1973): Handbuch des Katalanischen, Barcelona, S. 19.
  106. Auch eine erste zur Normierung des Katalanischen von Bernat Fenollar und Jeroni Pau erarbeitete Regelsammlung (Regles de esquivar vocables o mots grossers o pagesívols, ca. 1473-1507) fand angesichts der politischen Situation keine Beachtung.
  107. vgl. Scholz, Bettina (1994): „Regles de esquivar vocables o mots grossers o pagesívols: der erste normative Versuch in Katalonien“, in: Berkenbusch, Gabriele/Bierbach, Christine (Hgg.): Zur katalanischen Sprache: historische, soziolinguistische und pragmatische Aspekte, Akten des 2. gemeinsamen Kolloquiums der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik (Berlin, 10.-12. September 1992), Bd. 2, Frankfurt a.M., 29–39, S. 30. Der Niedergang des Katalanischen zeichnete sich jedoch zunächst lediglich in der Literatur ab. Das Katalanische blieb Rechst- und Amtssprache bis zum Beginn der Herrschaft der Bourbonen nach dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714); vgl. Berschin, Helmut/Fernández-Sevilla, Julio/Felixberger, Josef (42012): Die spanische Sprache.Verbreitung-Geschichte-Struktur, Hildesheim et al., S. 48.
  108. vgl. Scholz, Bettina (1994): „Regles de esquivar vocables o mots grossers o pagesívols: der erste normative Versuch in Katalonien“, in: Berkenbusch, Gabriele/Bierbach, Christine (Hgg.): Zur katalanischen Sprache: historische, soziolinguistische und pragmatische Aspekte, Akten des 2. gemeinsamen Kolloquiums der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik (Berlin, 10.-12. September 1992), Bd. 2, Frankfurt a.M., 29–39, S. 30.
  109. Scholz, Bettina (1994): „Regles de esquivar vocables o mots grossers o pagesívols: der erste normative Versuch in Katalonien“, in: Berkenbusch, Gabriele/Bierbach, Christine (Hgg.): Zur katalanischen Sprache: historische, soziolinguistische und pragmatische Aspekte, Akten des 2. gemeinsamen Kolloquiums der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik (Berlin, 10.-12. September 1992), Bd. 2, Frankfurt a.M., 29–39, S. 30, Herv. i.O.
  110. Lüdtke, Jens (1991): „Katalanisch: Externe Sprachgeschichte“, in: Holtus, Günter/Metzeltin, Michael, Schmitt, Christian (Hgg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik, vol. V.2, Tübingen, S. 232–242, S. 235.
  111. vgl. Bossong, Georg (2008): Die romanischen Sprachen. Eine vergleichende Einführung, Hamburg, S. 101.
MIRA Logo color cut.jpg